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Un kieneen will de Vader sien

Väter im Kandidatenkarussell

Die Laienspielschar der Freiwilligen Feuerwehr Wettringen hat die Premiere von „Un kieneen will de Vader sien“ gefeiert. Es gab viel Beifall - auch, weil viel Lokalkalorit an passenden Stellen eingebaut war.

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Bräutigam Frank lässt es ruhig angehen: Sebastian Brünen stand am Sonntag erstmals auf der Theaterbühne.

Foto:MV

Die Laienspielschar der Freiwilligen Feuerwehr Wettringen hat in den vergangenen Jahrzehnten schon so manche plattdeutsche Komödie aufgeführt. Da sollte man annehmen, dass die große Kiste mit guten plattdeutschen Stücken nicht mehr viel hergibt. Weit gefehlt, denn erneut hat die Laienspielschar einen absoluten Knaller ausgesucht. „Un kieneen will de Vader sien“ (Und keiner will der Vater sein) heißt der plattdeutsche Dreiakter von Walter G. Pfaus, der viel Spannung und Brisantes in diese Komödie eingebaut hat.

Lokalkalorit an passenden Stellen eingebaut

Alles, was auf der Bühne gespielt wird, hätte auch im „Hiärtken van de Wiält“ passieren können. Der Dreiakter ist wie gemacht für die Akteure und auch das Premierenpublikum am Sonntagnachmittag hätten sich die Spieler nicht besser aussuchen können. Von den ersten Minuten an sprang der Funke von der Bühne in den Saal, und man merkte förmlich, wie die Zuschauer mit der Handlung auf der Bühne mitgingen. Es gab viel Beifall auf offener Szene – vor allem, weil Lokalkalorit an passenden Stellen eingebaut wurde, gefiel den Zuschauern.

 
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Foto: Bernhard Altenhülsing

Im Hause Stricker herrscht emsige Tätigkeit. Die älteste Tochter Heidi, die sogar Mutterfreuden entgegen sieht, heiratet heute ihren Frank. Die Braut ist im Hochzeitskleid und man wartet auf den Bräutigam und seine Eltern. Da entdeckt Andrea, die Schwester der Braut, vor der Haustür eine Tragetasche und darin ein ausgesetztes Baby. Ein fremdes Baby, und das am Hochzeitsmorgen, das kann nicht gut gehen. Die Polizei wird gerufen. Jedoch bevor der Beamte eintrifft stellt die Brautmutter fest, dass das Baby große Ähnlichkeit mit ihrem Mann hat. Da sie von den gelegentlichen Amouren ihres Mannes weiß, hängt der Haussegen schief.

Als die Eltern des Bräutigams kommen, wollen sie den Burgfrieden wieder herstellen und zweifeln die Ähnlichkeit des Brautvaters mit dem Baby an. Dafür stellt Frau Wollner mit Schrecken fest, dass auch ihr Heinz Vater des Kindes sein könne.

Wem gleicht das Baby?

Weiter dreht sich das Karussell, denn die Braut Heidi kommt zur Überzeugung, dass auch „ihr Franz“ sein könne. Opa tut alles, um „tatverdächtig“ zu werden. „Worüm bin ich nich verdächtig, tru ich mie dat nich mähr to“, fragt Opa fast beleidigt. Nun kommt der Polizeibeamte Angst ins Spiel: „Ick häw keine Angst, ich heit bloß so.“ Wem gleicht das Baby? „Kiek es, de Nies un den Schnute, ganz usse Papa“ meint Lore Stricker und Elisa Wollner sieht es genau: „Datt Kind häff deselbe Glatze es du“. Der aber verteidigt sich, denn er war zur fraglichen Zeit beim Eierkongress in Ohne.

Alles klärt sich zum Schluss der Komödie auf. Die Mutter des Babys erscheint auf der Bildfläche – wer aber nun der Vater ist, soll hier noch nicht verraten werden. „Worüm hätt datt denn heiligen Stand der Ehe?“, fragt Opa und gibt auch gleich die Antwort: „Weil et in Ehestand so vull Märtyrer giff.“

Wer sich diese Komödie noch ansehen möchte, hat dazu Gelegenheit: Samstag, 27. Februar, 20 Uhr; Sonntag, 28. Februar, 16 Uhr; Freitag, 4. März, 20 Uhr und Samstag, 12. März, 20 Uhr. Alle Aufführungen finden in der Bürgerhalle statt; der Eintritt beträgt acht Euro.

Autor: Bernhard Altenhülsing

Quelle: MV