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Großbrand in Wettringer Gärtnerei

Technischer Defekt: Großbrand in Wettringer Gärtnerei

Mindestens 100.000 Euro Schaden

 von Jens Keblat/MV246 IMG 20190719 WA0003

 

„Wir haben das Feuer schnell in den Griff gekriegt“, lautete die gute Nachricht von Mathias Krümpel, dem stellvertretenden Wehrführer in der Nacht zum Freitag bei dem Großbrand in der Alten Friedhofstraße. Die schlechte Nachricht: Bei dem Brand, der offenbar durch einen technischen Defekt verursacht worden war, ist nach Angaben der Polizei ein Schaden in Höhe von mindestens 100.000 Euro entstanden.

Kilometerweit sichtbar

Erst wurden die Wehrleute noch zu einer Technischen Hilfeleistung alarmiert, dann wechselte das Alarmstichwort bei der Kreisleitstelle kurzerhand auf „Brand_groß“ um: In der Alten Friedhofstraße ist am späten Donnerstagabend in einer Halle einer Gärtnerei ein größerer Brand ausgebrochen, Flammen und Rauch waren in den ersten Minuten vor und nach der Alarmierung teilweise kilometerweit sichtbar.

Bunker und Wände brennen

Vor allem in der Werkstatt hätten sich üblicherweise viele brennbare und vor allem brandfördernde Stoffe befunden. Sofort habe man deshalb fünf Trupps mit C-Rohren in Stellung gebracht. Krümpel: „Da hat vor allen Dingen auch der Hackschnitzelbunker gebrannt - in voller Ausdehnung, hätte ich beinahe gesagt. Nach oben hin raus. Und auch die Leichtbauwände der Hallen haben gebrannt. Das sah auch schon beeindruckend aus, auch für uns auf der Anfahrt.

“Durch den Brand sind nennenswerte Teile der Hallen inklusive der Werkstatt und der Hackschnitzelheizung ein Raub der Flammen geworden. Zudem wurde weitere Sachwerte, darunter auch ein historisches Mercedes-Cabriolet, in Mitleidenschaft gezogen und teilweise angesengt. „Die Werkstatt ist zerstört worden. Die vorderen Bereiche konnten gerettet werden“, zog Krümpel Bilanz.

„Das Schöne auf dem Dorf“

Während Bürgermeister Berthold Bültgerds sich vor Ort einen persönlichen Eindruck von den Löscharbeiten verschaffte, die Kripo routinemäßig ihre Brandursachenermittlung aufnahm und freiwillige Helfer und Wehrleute Hand in Hand Sachwerte und Gefahrenstoffe aus den Hallen holten und in Sicherheit brachten sowie Unmengen Hackschnitzel vom Gärtnerei-Gelände wegfuhren, konnten sich Krümpel und die insgesamt 40 eingesetzten Kameraden über einen großangelegten Verpflegungseinsatz von Anwohnern freuen: „Das ist das Schöne auf dem Dorf, dass man da viele helfende Hände hat und die auch mithelfen wollen“, dankte Krümpel allen Freiwilligen, zumeist Frauen, die bis spät in die Nacht immer wieder Getränke, Süßigkeiten und vor allem frisch geschmierte Schnittchen zur Einsatzstelle brachten.

Nach Zeugenaussagen und eingehender Untersuchung durch die Brandermittler deutet nach Angaben der Polizei alles auf einen technischen Defekt hin. Den Spuren nach ist der Brand im hinteren Bereich einer Halle in einer dortigen Werkstatt entstanden. Die Staatsanwaltschaft in Münster hat die Brandstelle wieder freigegeben.