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Hauptübung mit Neuenkirchen 2019

Einsatz für die Kameradschaftspflege

Gemeinschaftsübung der Wehren Wettringen und Neuenkirchen im Industriegebiet

von Fabian Kronfeld / MV

Fotos: Fabian Kronfeld

2019 09 21 HU Neuenkirchen 34

Die Löschwasserversorgung wird trotz des niedrigen Wasserstandes über die Standleitung zur Steinfurter Aa gewährleistet.

„Wir können die wildesten Einsatzszenarien üben und ausarbeiten, aber ohne eine gepflegte Kameradschaft unserer Feuerwehren werden diese nicht funktionieren“, schaute Einsatzleiter Christoph Remki, Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Wettringen, zufrieden auf die gerade beendete Gemeinschaftsübung. In Zusammenarbeit und Koordination mit den Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Neuenkirchen übten am Samstagnachmittag rund 90 Feuerwehrleute und elf Lösch- und Einsatzfahrzeugen beider Orte ein Vollalarm-Szenario im Wettringer Industriegebiet.

Niedriger Wasserstand als besondere Herausforderung

Im Fokus stand hierbei das Netz der Löschwasserversorgung vor Ort, mit Anschluss zum Fluss Steinfurter Aa. Die besondere Schwierigkeit: der derzeit niedrige Wasserstand des nahen Gewässers. Deshalb galt es, den Wasserdruck über die vorhandene Standleitung zur Aa mit Fingerspitzengefühl zu überwachen, um die gleichmäßige Verteilung und Versorgung mit Löschwasser zu gewährleisten. Neben der Brandbekämpfung und Eindämmung des Brandes mittels Abwehrriegel besaß zudem die Menschenrettung oberste Priorität. Die Abläufe und richtigen Handgriffe, sowie die effiziente Zusammenarbeit der Wehren standen zur Probe.

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Ralf Stoltmann, Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Neuenkirchen, Einsatzleiter Christoph Remki, Wehrführer der Wettringer und Einsatzabschnittsleiter Franz Bernd Evers, Neuenkirchen, (v. l.) besprechen die Lage.

 

Das simulierte Szenario: Ein Vollbrand in der Firma Wischemann-Kunststoffe am Siemensweg droht bei Funkenflug und extremer Hitze auf die Produktionshallen der Firma Enexio am Dieselweg überzugreifen. Aufgrund der starken Rauchentwicklung zwischen den meterhohen Regalen des Lagers hatten es fünf Mitarbeiter nicht aus den Hallen geschafft. Kurz vor 16 Uhr erhält die Wettringer Feuerwehr die erste Alarmmeldung eine Brandes. Nach kurzen Rückmeldungen und dem Bericht von vermissten Personen wird Vollalarm ausgelöst und die benötigte nachbarschaftliche Löschhilfe aus Neuenkirchen angefordert. Beim baldigen Eintreffen der Wettringer Einsatzkräfte steht die Halle Nord bereits voll in Flammen Mitarbeiter öffnen den Löschfahrzeugen die Tore zum Gelände.

Dann geht es los: In Windeseile wird gekonnt die Löschwasserversorgung hergestellt, zwei Angriffstrupps mit Atemschutzgeräten helfen bald zwei der Vermissten hinaus. Eine eingeschlossene und bewusstlose dritte Person wird befreit und hinausgetragen. Währenddessen treffen die Neuenkirchener ein, die ebenfalls Löschwasser bereitstellen und deren Angriffstrupps kurz darauf die verbliebenen Personen aus der Halle retten und behandeln. Die Abwehrriegel-Stellung, um eine Ausbreitung des Brandes zu verhindern, wird von beiden Wehren übernommen; die Standleitung über die Aa funktioniert einwandfrei. Insgesamt neun C-Rohre setzen schließlich je 900 Liter Wasser in der Minute zur Brandbekämpfung ein. Der Wasserwerfer „Monitor“ der Feuerwehr Neuenkirchen pumpt zur Eindämmung des Brandes sogar 1.200 Liter Wasser pro Minute.

Lob von der Einsatzleitung

Die alljährliche Gemeinschaftsübung von Wettringern und Neuenkirchenern, die abwechselnd in den beiden Orten durchgeführt wird, konnte in diesem Jahr nach anderthalb Stunden erfolgreich beendet werden. Die Einsatzabschnittsleiter Mathias Krümpel, Franz Bernd Evers und Werner Henrichsmann lobten im Rahmen der Nachbesprechung das „ruhige und schnelle Vorgehen“ der Kameraden, den „koordinierten Ablauf“ während des Einsatzes und eine gute Kommunikation.

Krümpel, stellvertretender Wehrführer der Wettringer, erklärte: „Wir können uns auf jeden Fall aufeinander verlassen.“ Dass die Gemeinschaftsübung neben der Koordination ebenfalls die Kameradschaftspflege fördert, zeigte der abschließende gemütliche Teil im Feuerwehrgerätehaus. „Wir sollten in Zukunft definitiv an unseren gemeinsamen Übungen festhalten“, meinte Christoph Remki zum Abschluss. „Danke für eure Unterstützung.“

 

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